
Nach drei Wochen im Busch von Chideza war ich mit meinen Kräften absolut am Ende. Jeden Tag das gleiche Essen: Reis mit Kohl, Kohl mit Reis, Kohl mit Reis, Reis mit Kohl usw. Kein Bett, sondern im Zelt schlafen. Waschen nur ab und zu. Wasser im Eimer holen. Leben aus dem Koffer. Strom war nicht einfach vorhanden, sondern musste „organisiert“ werden. Smartphone aufladen bedeutet kein Licht am Abend zu haben. Eine Bevölkerung, die nicht arbeiten wollte. Kulturelle Missverständnisse mit Kollegen u.v.m.
Ich hatte die Wahl mir jetzt drei Tage Erholung zu gönnen oder evtl. krank zu werden. Noch in der Nacht, als es kurz Internet gab, hatte ich mir über booking.com das Zimmer gebucht, 150 USD pro Nacht. Sehr teuer, aber es gibt keine Konkurrenz in dieser Kleinstadt.
Als ich mein Zimmer bezogen hatte, putzte ich zuerst meine Badelatschen im Waschbecken. Sie waren voll roter Erde. Wären sie auch nur etwas nass geworden und ich wäre damit im Zimmer herumgelaufen, wäre der Fußboden dreckig. Danach kamen meine Sandalen dran. Das gleiche Problem.
Danach duschen. Nach dem ersten Duschgang kam immer noch rote Soße runter. Nach dem zweiten Duschgang war es okay. Beim Abtrocknen änderte das Badetuch seine Farbe – von weiß zu rotbraun. Also doch noch nicht ganz sauber. Nach zwei Nächten zeigt sich auch etwas Farbe auf dem Kopfkissen. Der Staub ist hartnäckig. Meine Kamera sieht auch aus wie Sau. Sie muss zu Hause wohl zum Service.
Ich genieße hier Strom zu haben, wann immer ich ihn brauche. Habe alle meine Geräte aufgeladen: Smartphone, MacBook, Powerbank, Kamera-Akkus. Das Essen ist einfach normal – beim ersten Frühstück musste ich mich erst einmal orientieren. Der Kellner kam und fragte ob alles okay ist. Ich stand eine Weile vor dem Buffett und wusste nicht was ich essen soll. Dann gab es den ersten Kaffee seit 4,5 Wochen! Was für ein Unterschied zu diesem Nestlé Zeug aus dem Supermarkt – ein Gemisch aus Glucose, anderen Kram und 39% Kaffee. Davon braucht man 2 EL auf die Tasse damit es wirkt. Ist einfach nur süß.
Im Zimmer ist ein Smart-TV mit Streamingdiensten, YouTube usw. So konnte ich gestern den ICF-Gottesdienst live auf einem großen Bildschirm anschauen. Thema war der Heilige Geist. Passte gut. Das Internet ist hier sehr schnell. Vermutlich über Star Link von Elon Musk. Das ist hier mehr oder weniger Standard.
Heute habe ich schon einmal meine Klamotten in den zwei Koffern organisiert. Morgen geht es dann wieder nach Chideza in den Busch. Noch zehn Tage. Dann ist hoffentlich alles fertig und es geht spätestens nächste Woche Freitag, 11. Juli, wieder zurück nach Lusaka. Ein Tag später Abflug von Lusaka über Johannesburg und Zürich nach Stuttgart.




