Zwei Baustellen auf einmal

Die Bohrfirma macht wegen der Verzögerungen Druck, da sie nächste Woche wo anders arbeiten muss. Das Projekt in an der Adyangowe Primary School ist noch nicht fertig und heute wird parallel das Projekt in Okwalongwen angefangen.

Beim Frühstück habe ich Miriam eingewiesen auf was sie heute achten muss. Muss den Pumpversuch an der Primary School beaufsichtigen und ich fuhr nach Okwalongwen. Ich habe ihr eine Skizze gemacht wo der Schlauch verlegt werden muss und wo er auf keinen Fall liegen darf. Unser Kontakt ging an diesem Tag über Telefon (iPhone) – von Busch zu Busch. In Deutschland wäre das undenkbar, den das Mobilfunknetz kann mit dem in Uganda nicht annähernd mithalten.

Adyangowe Primary School

Divine Aid hat die Einfassung betoniert und danach sollte der Pumpversuch gemacht werden. Miriam war als Bauaufsicht dort. Eine Frau, eine Weiße sollte den sechs Männern sagen was falsch und richtig ist oder wie sie es zu machen haben. In Afrika wird eine Frau von Männern in der Regel nicht geachtet. Hier auch nicht.

Den ersten Ärger gab es, als Miriam sagte wo der Schlauch verlegt werden soll. Erst als sie nach Q und h der Pumpe fragte, merkten die Arbeiter, dass sie Ahnung hat. Ronny, der Chef des Pumpversuchs, suchte dann nach den Angaben auf dem Typenschild der Pumpe. Es stellte sich heraus, dass sie nur 2.500 l/h fördern kann. Bei welcher Förderhöhe war ihm unbekannt.
Das ist in diesem Fall auch egal, denn es macht so oder so keinen Sinn einen Pumpversuch durchzuführen, wenn die Pumpe nicht mehr als die geschätzte Menge fördern kann.
Miriam hat dann auf meinem „Befehl“ den Pumpversuch abgelehnt. Die Arbeiter waren vor den Kopf gestoßen. Aber das zeigt wieder einmal, wenn man bei den Projekten nicht vor Ort ist, dann funktioniert es nicht.

Okwalongwen

Um halb zehn war ich auf der Baustelle. Der Weg dorthin war weiter als vom Hotel in Lira nach Adyangowe.

Die beste Stelle für eine Bohrung liegt diesmal in einem Maisfeld. Kurz nach meiner Ankunft haben die Bohrabeiten begonnen. Die ersten Bodenschichten waren sehr locker. Bei 27 Meter Tiefe stürzte die Bohrlochwandung ein, es musste des temporary casing eingebaut werden.

Nikon D800, AF-S Nikkor 16-35/4G ED VR, 18mm, f4, 1/640s, ISO 100
Bis 27 Meter Tiefe ist der Boden locker – es staub ordentlich; Nikon D800, AF-S Nikkor 24-120/4.0G ED VR, 24mm, f4, 1/800s, ISO 100

Ab 27 Meter Tiefe wurde mit dem Hammer weitergearbeitet. Es kamen Gesteinsbrocken aus dem Bohrloch. Sie wurden weit herausgeschleudert. Alle Zuschauer mussten weg von der Baustelle. Einen Stein auf den Kopf zu bekommen ist nicht der Bringer.

Die Gesteinsbrocken kommen aus dem Bohrloch; Nikon D800, AF-S Nikkor 16-35/4G ED VR, 30mm, f4, 1/800s, ISO 100

Das erste Wasser war in kleiner Menge in 34 Meter Tiefe vorhanden. Wir haben 55 Meter tief gebohrt. Am Schluss standen 2.500 bis 2.700 l/h zur Verfügung.

Reinigen des Bohrlochs; Nikon D800, AF-S Nikkor 16-35/4G ED VR, 29mm, f4, 1/250s, ISO 400
Arbeiter nach der getanen Arbeit; Nikon D800, AF-S Nikkor 16-35/4G ED VR, 35mm, f4, 1/200s, ISO 400

Der Tag war sehr erfolgreich. Um 17.30 Uhr waren wir fertig und fuhren zurück zum Hotel nach Lira.


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